Magicka – Review / Test
Magicka ist ein Action-Adventure Game von Paradox Interactive. Es spielt in der nordischen Mythologie, und wir werden sofort beim Start des Spieles mit der Rettung der Welt beauftragt – diesmal für immer (wieder einmal)! Welch glorreiches und ultimatives Ziel, dem wir uns natürlich sofort widmen wollen. Doch wie bekämpft man das Böse als Zauberer? Richtig, mit Magie. Oh äh Verzeihung, natürlich Magkie. Und noch etwas ist erwähnenswert: Die Geschichte wird als Märchen mit einer netten Stimme erzählt.
Der Einstieg in das Spiel ist schon mal, auch für Anfänger solcher Genres, simpel gestaltet. Eine Portion Humor, etwas Herumlaufen und ein missglückter Zauber eines Kommilitonen werfen uns in das Tutorium, wo wir in den folgenden Minuten die Elemente und deren Anwendungs – sowie Kombinationsmöglichkeiten mehr oder weniger effektiv anwenden können. Ach ja, und der Zauberer von morgen (Weltretter für euch) kann natürlich nicht schwimmen. War ja klar. Erster Tod als wir uns übermütig in einen Fluss stürzen, den wir mit einer Brücke überqueren sollten. Aber man lernt ja nie aus.
Das Gameplay gestaltet sich überraschend einfach und doch effektiv. Den Tasten Q, W, E, R, A, S , D und F werden Elemente und magische Eigenschaften zugesprochen, die sich in der Zauberleiste durch Drücken der Tasten kombinieren lassen – und somit kann der stolze Retter der Welt aus Feuer und Wasser Dampf schaffen und den nächstbesten Goblin verbrühen. Feste Zauber wie Hast oder Wiederbeleben sind durch das Mausrad schnell anwählbar und somit schneller zu Zaubern – es sei denn man kann ihre Kombination auswendig, was ja klar ist, man rettet ja schließlich gerade wieder einmal die Welt. Als Waffen bekommt man ein Schwert und einen Stab in die Hand gedrückt, beides kann durch andere, bessere, ausgetauscht werden. Problem und Kritikpunkt an dieser Stelle: Es gibt kein Inventar. Das Entwicklerteam versucht das zwar auf die lustige Schulter zu nehmen, in dem uns eine Bäuerin Geld als Belohnung anbieten will, aber auf ein fehlendes Inventar hinweist, dennoch wünscht man sich an manchen Stellen durchaus die Möglichkeit, zwischen Stäben wechseln zu können. Gelaufen wird mit der Maus, das Schwert lässt sich ebenfalls durch die Tastatur in Kombination mit der Maus bedienen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich nicht einstellen, doch man kann verschiedene Dinge abstellen, um es einem selbst schwerer zu gestalten die Welt zu retten. Später kann man dann im Multiplayer eine Hardcoreversion freispielen.
Man hat ja offenbar eh mehrere Versuche, laut ein paar älteren Männern vor der Magkieakademie.
Im Übrigen, wer zu faul zum Spielen der Story ist, der kann sich auch kostenlos auf der Seite von Paradox Interactive die Savegames zu den Kapiteln 1 bis 12 herunterladen. Ansonsten ist es wohl ein kleiner Anreiz von dem im Moment nur als Download erhältlichen Steamartikel alle Herausforderungen zu schaffen und die 49 Slots, die dafür bereitstehen, auch zu füllen.
Das Leveldesign an sich ist knuffig und grafisch durchaus kein Topprodukt, das Maßstäbe setzen würde, aber dennoch passt die Grafik zum Gesamtkonzept. Die Animationen lassen deutlich erkennen, wann man einen Zauber länger aufgeladen hat, und wann man ihn aus Kombinationen erstellt hat. Die Umgebung spielt auch soweit es geht mit, auch wenn es keine zerstörbare Welt ist.
Man kann Sträucher anzünden und auch wieder löschen, die Erde zeigt Rußspuren und Erdlöcher nach einem Kampf mit den Kreaturen der Finsternis oder ausgebüchsten Hausaugentyrannen. Man sieht die Schatten von sich bewegenden Wolken und fühlt sich allgemein sehr oft in einer ermutigenden Aufbruchsstimmung, so dass man immer wieder gerne loszieht, die Welt mal eben so von dem Bösen zu befreien. Kleine versteckte Objekte lassen sich immer mal wieder suchen und finden, und mehr oder weniger kann man dabei auch ins Fettnäpfchen treten, in dem man sie benutzt – spielerisch sehr amüsant wenn einem aufgeht, dass man gerade verarscht wurde.
Die Musik ist frisch und macht Lust auf ein kleines, humorvolles Abenteuer – die Sprache im Spiel ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Ein für mich unverständlicher Kauderwelsch, wobei man ab und zu grinsen muss, weil er oftmals einfach zu witzig klingt. Daraus folgern wir natürlich richtig, ihr zukünftigen Weltenretter? Na? Untertitel mitlesen ist wichtig. Oder auch nicht. Wie man`s nimmt.
Aber zurück zur Musik und den Soundeffekten. Die Effekte machen Lust auf mehr, auch wenn man ab und zu durchaus sich mehr Lautstärke wünschen könnte. Die Musik ist, wie schon gesagt, eine schöne Untermalung des witzigen, kleinen Abenteuers, das wohl im Multiplayer seinen ganzen Spaßfaktor entfalten kann.
Zum Multiplayer kann man sagen, dass er verdammt viel Spaß macht, besonders wenn das, was man schön plant, in der Praxis überhaupt nicht klappt und man nur noch rennt und rennt und plötzlich irgendjemand alle Mitspieler getötet hat. Tja, sollen sie es eben nicht sein. Der Retter der Welt. Um es auf den Punkt zu bringen, der Multiplayer macht einen genauso großen Spaß wie der Singleplayer, wenn überhaupt sogar mehr. Es gibt Modi wie Abenteuer und Herausforderung. Bei Ersterem bestreitet man zusammen die Story, und beim zweiten kämpft man in einem Arenamodus gegen Wellen von Monstern. Der Multiplayermodus kann übrigens nicht nur online, sondern auch via LAN oder sogar zu viert an einem Bildschirm gespielt werden.
Fazit:
Ein rundum gelungenes Spiel für den kleinen Spaß am Nachmittag oder nach Feierabend. Langzeitspaß bietet dieses Spiel wohl nicht, dafür motiviert es einen, immer mal wieder ein kleines bisschen weiter zu spielen und mit Magkie nur um sich zu werfen. Die paar Mängel, die das Spiel noch in Form von Bugs mit sich führt, werden hoffentlich bald gelöst und dann kann auch der Multiplayer, äh die Welt, störungsfrei gerettet werden! Zum Glück gibt es ja keine Vamps, die einem dazwischenkommen könnten. Hat zumindest Vlad gesagt. Und der ist ja keiner. Sagt er.
(geschrieben von Daniel Yamanian aka Kyoshiron)
8/10
Vielen Dank an Paradox für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Januar 28, 2011

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